Die SchwäPo berichtet:
Der VfR hat verloren – aber Aalen hat gewonnen. So das einhellige Fazit von Polizei, DRK und Verein nach dem DFB-Pokalspiel VfR Aalen gegen Schalke 04 am Montagabend in der Scholz-Arena.

Gedränge am östlichen Stadioneingang. Vor, während und nach dem Spiel VfR Aalen gegen FC Schalke 04 blieb alles friedlich. (Foto: hag)
Aalen. 13 452 Zuschauer – ausverkauft war die Scholz-Arena. Kommen so viele Menschen zusammen, wird’s eng. Unerwünschte Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen. Zu solchen kam es am Montag aber gar nicht, freut sich Polizeisprecher John Brauer. „Alles lief völlig friedlich ab. Bis auf drei Schalke-Fans, die versucht haben, ohne Tickets ins Stadion zu gelangen, gab es überhaupt keine Probleme“, informiert Brauer.
Zwölf Busse aus Gelsenkirchen seien angekündigt worden. Am Ende kamen „nur“ sechs Busse mit Schalke-Fans. „Die Mehrheit der Gästefans ist privat angereist. Mit der Bahn oder dem Auto“, sagt Brauer. Auch auf dem Weg vom Bahnhof ins Stadion und wieder zurück sei keiner negativ aufgefallen, lobt er die disziplinierten Anhänger beider Vereine.
Eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei aus Göppingen und etwa 40 Polizisten, vornehmlich vom Aalener Polizeirevier, seien eingesetzt gewesen. Die Aalener Kräfte regelten den Verkehr – und das war nötig. Etwa eine Stunde vor dem Anpfiff um 20.30 Uhr staute sich der Verkehr auf der Bundesstraße bis zur Autobahnauffahrt. „Aus Richtung Stuttgart aber lief es reibungslos.“ Viele Aalener seien zu Fuß ins Stadion gekommen, das habe die Parksituation entschärft. „Auf dem Wiesenparkplatz in Unterrombach gab es sogar noch freie Parkplätze“, sagt Brauer. Der Stadionweg war für Autos gesperrt worden und so konnten nach Spielende Tausende zu Fuß rasch und sicher raus aus der Scholz-Arena und in die Stadt gelangen. Wie überhaupt sich die Verkehrslage eine Stunde nach Spielende völlig entspannt hatte.
„Nur Kleinigkeiten, sonst alles ruhig“, konstatiert ein sehr zufriedener Aalener DRK-Bereitschaftsleiter Jochen Schittenhelm. Mit 46 Kräften war das DRK im Einsatz. Zweier-Teams waren auf Streife in den Zuschauerbereichen, Rettungssanitäter und ein Notarzt waren im Verbandszelt vor Ort.
An zwei, speziell für das DFB-Spiel vom DRK entwickelten Modellen soll künftig festgehalten werden. „Wir haben die Scholz-Arena mit Koordinaten versehen, Planquadrate abgebildet und identische Karten an DRK, Polizei, Feuerwehr und die vom VfR beauftragte Sicherheitsfirma verteilt. So weiß künftig jeder sofort und exakt, wo er im Ernstfall hin muss“, erklärt Schittenhelm. Weiter wurde erstmals eine gemeinsame Einsatzleitstelle von DRK, Leitendem Notarzt des Ostalbkreises, Feuerwehr, Polizei und Sicherheitsunternehmen geschaffen. Diese war in der VfR-Geschäftsstelle im Stadion untergebracht. „Das hat sich bewährt. Wir werden das bei künftigen Großveranstaltungen beibehalten“, sagt Schittenhelm.
„Das war eine super Werbung für den Verein und für Aalen“, freut sich VfR-Pressesprecher Sebastian Gehring. „Im ZDF haben 4,1 Millionen Menschen das Spiel verfolgt. Das ist ein Marktanteil von 13,6 Prozent. Hinzu kommen noch die Zahlen von Sky, aber die liegen uns nicht vor“, sagt Gehring. Viel Lob habe es von Seiten der Medien gegeben. „’Wir kommen jederzeit gerne wieder’, haben uns die Fernsehleute gesagt. Das freut einen, denn unser Team hat zweieinhalb Monate lang fast täglich bis 21 Uhr für dieses Spiel gearbeitet.“ Gehring selbst lobt auch, nämlich die Schalke-Fans: „Die haben 90 Minuten lang ihr Team angefeuert, ohne ein böses Wort gegen die Aalener zu richten. Das ist Fan-Kultur, wie man sie sich wünscht.“ Das VfR-Team habe „großartig gekämpft“, sei der „moralische Sieger“, findet Gehring. Er hofft, dass viele Zuschauer nun Stammgäste in der Scholz-Arena werden.
Finanziell bleibe „schon etwas hängen“, sagt Gehring, „aber kein riesen Geldsegen“. Schließlich müssten die Zuschauereinnahmen mit Schalke geteilt werden. Zudem habe der Verein Fixkosten und Kosten für die Technik oder die Zusatztribüne zu schultern. „Jetzt müssen wir diesen Schwung mit in die Liga nehmen“, nennt Gehring den wichtigsten Ertrag aus dem Pokal-Auftritt.
© Foto Text Schwäbische Post 17.08.2010
Originalartikel unter http://www.schwaebische-post.de/regional/aalen/505431/